Lebenslauf als Fachinformatiker Systemintegration: Muster und Skills
So schreibst du als Fachinformatiker für Systemintegration einen Lebenslauf, der überzeugt: Aufbau, Skill-Block, IHK-Projektarbeit und Muster zum Abschreiben.
Laddro Team

In der deutschen Wirtschaft fehlen rund 109.000 IT-Fachkräfte. Die Zahl stammt aus der Bitkom-Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte, für die 855 Unternehmen befragt wurden und die der Verband am 7. August 2025 veröffentlicht hat. Trotzdem hörst du auf viele Bewerbungen nichts, oder du bekommst nach zwei Tagen eine Absage, die niemand gelesen zu haben scheint.
Das liegt selten an deinem Können. Es liegt daran, dass in deinem Lebenslauf "Betreuung der IT-Infrastruktur" steht und der Leser daraus nicht erkennen kann, ob du zwölf Rechner in einem Autohaus betreust oder eine Domäne mit 400 Benutzern an drei Standorten. In der Systemintegration benutzen fast alle dieselben Wörter. Eingeladen wird, wer die Größenordnung dazuschreibt.
Erst klären: Systemintegration, nicht Anwendungsentwicklung
Fachinformatiker ist ein Beruf mit mehreren Fachrichtungen, und für Personalabteilungen sind Systemintegration und Anwendungsentwicklung zwei verschiedene Welten. Steht bei dir nur "Fachinformatiker" im Lebenslauf, landet deine Bewerbung mit etwas Pech im Stapel für eine Java-Stelle, für die du dich nie beworben hättest.
Schreib die Fachrichtung deshalb überall aus, wo sie hingehört: in die Kopfzeile unter deinem Namen, in die Ausbildungssektion und in das Kurzprofil. Wenn du dich auf eine Stelle bewirbst, die im Inserat "Systemadministrator", "IT-Administrator" oder "IT-Support Level 2" heißt, nimm diese Bezeichnung zusätzlich in dein Kurzprofil auf. Viele deutsche Arbeitgeber filtern in Bewerbermanagementsystemen wie Personio, softgarden oder SAP SuccessFactors nach genau dem Begriff, der in ihrer eigenen Ausschreibung steht.
Der Aufbau, den deutsche Arbeitgeber erwarten
Die Bundesagentur für Arbeit ist in ihrem Ratgeber "Bewerbung schreiben" eindeutig: "Bauen Sie Ihren Lebenslauf tabellarisch auf. Er sollte höchstens 2 DIN-A4-Seiten umfassen." Die Reihenfolge der Stationen sei "normalerweise zeitlich absteigend", die aktuellste steht also oben. Als Bestandteile nennt die Agentur persönliche Angaben, Schulbildung, Berufsausbildung und Studium, den beruflichen Werdegang einschließlich Praktika, Fort- und Weiterbildungen sowie besondere Kenntnisse und Fähigkeiten, ausdrücklich inklusive IT-Kenntnissen und Sprachen. Sie weist außerdem darauf hin, dass manche Arbeitgeber anonymisierte Lebensläufe ohne Foto und ohne Angaben zu Geschlecht oder Herkunft erwarten. Der Karriere-Guide von Indeed Deutschland empfiehlt für diesen Beruf ebenfalls eine bis maximal zwei Seiten, eine Seite beim Berufseinstieg.
Für die Systemintegration funktioniert diese Reihenfolge:
- Kontaktdaten mit Name, Wohnort, Telefonnummer und einer seriösen E-Mail-Adresse
- Kurzprofil, drei bis vier Zeilen mit Fachrichtung, Berufsjahren, Umgebungsgröße und Schwerpunkt
- Technische Kenntnisse, nach Themenblöcken sortiert
- Berufserfahrung mit Monat und Jahr, Arbeitgeber, Ort, Rolle und Stichpunkten
- Ausbildung mit Betrieb, IHK und Prüfungsjahr, dazu das Thema der Projektarbeit
- Zertifikate und Weiterbildungen mit Anbieter und Jahr
- Sprachen, Führerschein, Rufbereitschaft
Der Kenntnisblock steht bewusst vor der Berufserfahrung. Er ist die Sektion, die ein technischer Teamleiter zuerst überfliegt, und er ist gleichzeitig die Sektion, in der die Suchbegriffe aus der Stellenanzeige stehen.
Der Skill-Block: nach Ebenen sortieren, nicht nach Sternchen
Die meisten Lebensläufe in diesem Beruf kippen hier alles in eine einzige Wortwolke: Windows, Netzwerk, Ticketsystem, Hardware. Sortiere stattdessen nach Ebenen, dann liest sich der Block wie eine Umgebung und nicht wie eine Wunschliste.
- Clients und Endgeräte: Windows 11, macOS, Intune, Autopilot, WSUS, Softwareverteilung, Imaging
- Server und Verzeichnisdienste: Windows Server 2019 und 2022, Active Directory, Gruppenrichtlinien, DNS, DHCP, Linux (Debian, Ubuntu, RHEL)
- Virtualisierung und Storage: VMware vSphere, Hyper-V, Proxmox, NAS und SAN, Backup mit Veeam
- Netzwerk: VLAN, Routing, Firewalls (Sophos, Fortinet, pfSense), VPN, WLAN-Controller, Switching (Cisco, HPE Aruba)
- Cloud und Identität: Microsoft 365, Entra ID, Exchange Online, Azure, Hybrid-Setups
- Automatisierung: PowerShell, Bash, Ansible, einfache Python-Skripte
- Betrieb: Monitoring mit Zabbix, Checkmk oder PRTG, Ticketsysteme wie Jira Service Management, OTRS oder Zammad, Dokumentation nach ITIL
Lass die Fortschrittsbalken und Sternchen weg. Vier von fünf Punkten hinter "VMware" sagen dem Leser nichts, weil er deine Skala nicht kennt. Schreib lieber die Zahl dahinter: "VMware vSphere, drei Hosts und rund 60 VMs im Tagesbetrieb". Das versteht jeder Administrator sofort.
Vorher und nachher: eine Station zum Abschreiben
Die folgenden Angaben sind ein erfundenes Muster, keine echte Person.
Vorher
IT-Administrator, Systemhaus, Nürnberg 03/2022 bis heute
- Betreuung der IT-Infrastruktur
- Anwendersupport
- Durchführung von Projekten
- Wartung von Servern und Netzwerken
Nachher
IT-Systemadministrator (2nd Level), Systemhaus mit 40 Mitarbeitenden, Nürnberg 03/2022 bis heute
- Betrieb der Serverlandschaft für 14 Kunden mit insgesamt rund 600 Arbeitsplätzen, Windows Server 2019 und 2022, Active Directory, VMware vSphere mit 22 Hosts
- Migration von 180 Postfächern aus Exchange 2016 nach Exchange Online, Umstellung an zwei Wochenenden ohne Ausfall im Tagesgeschäft
- Ablösung der offenen Firewall-Regeln durch ein segmentiertes VLAN-Konzept bei einem Kunden mit drei Standorten, Umsetzung mit Sophos XGS
- Rund 60 Tickets pro Woche im 2nd Level, durchschnittliche Bearbeitungszeit von 6,5 auf 4,2 Stunden gesenkt, gemessen in Jira Service Management
- PowerShell-Skripte für Benutzeranlage und Offboarding, spart pro Vorgang etwa 20 Minuten Handarbeit
Beide Stationen beschreiben dieselbe Arbeit. Die zweite verrät die Umgebungsgröße, die Technologien und ein Ergebnis pro Punkt. Wenn du deine Zahlen nicht genau kennst, schätze ehrlich und schreib "rund" davor. Niemand erwartet eine Buchprüfung, aber jeder erwartet eine Größenordnung.
Deine IHK-Projektarbeit ist ein Referenzprojekt
Berufseinsteiger unterschätzen das am häufigsten. Nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin dauert die Ausbildung drei Jahre und endet mit einer gestreckten Abschlussprüfung. Für die Fachrichtung Systemintegration gewichtet § 24 der Verordnung die Prüfungsbereiche so: "Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes" 20 Prozent, "Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration" 50 Prozent, "Konzeption und Administration von IT-Systemen" 10 Prozent, "Analyse und Entwicklung von Netzwerken" 10 Prozent und Wirtschafts- und Sozialkunde 10 Prozent. Nach § 20 der Verordnung beträgt die Prüfungszeit für die betriebliche Projektarbeit samt Dokumentation höchstens 40 Stunden, Präsentation und Fachgespräch zusammen höchstens 30 Minuten, davon die Präsentation höchstens 15 Minuten. Die schriftlichen Bereiche dauern laut IHK-AkA je 90 Minuten, Wirtschafts- und Sozialkunde 60 Minuten.
Die Hälfte deiner Abschlussnote hängt also an einem echten Projekt, das du in einem echten Betrieb umgesetzt und vor einem Prüfungsausschuss verteidigt hast. Trotzdem steht in den meisten Lebensläufen nur "Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration, IHK Köln, 2025". Setz eine Zeile darunter:
Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration Musterfirma GmbH, Köln, IHK Köln, 08/2022 bis 06/2025 Abschlussprojekt: Ablösung eines physischen Fileservers durch einen virtualisierten Cluster mit Veeam-Backup für 55 Benutzer, inklusive Kostenvergleich und Rollback-Plan
Das ist für einen Berufseinsteiger die stärkste Zeile im ganzen Dokument, weil sie beweist, dass du ein Vorhaben geplant, gerechnet und dokumentiert hast.
Zertifikate: welche du nennen solltest
Der Indeed-Karriere-Guide für diesen Beruf nennt Zertifizierungen als deutlichen Verstärker der technischen Kompetenz und führt unter anderem Cisco CCNA, Microsoft-Zertifizierungen und CompTIA Network+ oder Security+ auf. In deutschen Stellenanzeigen tauchen in der Praxis am häufigsten diese auf: Microsoft-Zertifizierungen im Bereich Azure und Microsoft 365 (etwa AZ-104 oder MS-102), Cisco CCNA, LPIC-1 für Linux, ITIL 4 Foundation und Herstellerzertifikate von Sophos, Fortinet oder VMware.
Nenn nur, was du wirklich bestanden hast, mit Anbieter und Jahr. Laufende Zertifizierungen darfst du aufführen, wenn du sie als solche kennzeichnest: "AZ-104, Prüfung angemeldet für November 2026". Alles andere fällt spätestens im technischen Gespräch auf.
Wo du dich bewirbst
Für Systemintegration lohnen sich vier Kanäle. Die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit hat die breiteste Abdeckung bei Mittelstand und öffentlichem Dienst, gerade abseits der großen Städte. StepStone und Indeed decken Konzerne und Systemhäuser ab. LinkedIn und Xing funktionieren in der IT vor allem passiv, also über ein gepflegtes Profil, über das Recruiter dich finden. Und der oft übersehene Kanal: die Karriereseiten der Systemhäuser in deiner Region, die häufig gar nicht auf den großen Portalen inserieren.
Bewirb dich in jedem Fall mit einer PDF-Datei, nicht mit einer Word-Datei und nicht mit Bildern. Benenne sie nachvollziehbar, etwa "Lebenslauf_Mustermann_Systemintegration.pdf". Wenn du deinen Lebenslauf pro Stelle anpassen willst, ohne jedes Mal an der Formatierung zu scheitern, kannst du ihn mit dem Editor von Laddro aufbauen und die Kenntnisblöcke je Anzeige umsortieren.
Ein Kurzprofil, das du übernehmen kannst
Auch das ist ein Muster, das du mit deinen eigenen Daten füllst:
Fachinformatiker für Systemintegration mit vier Jahren Erfahrung im 2nd-Level-Support und im Serverbetrieb. Schwerpunkt Windows-Server-Umgebungen, Active Directory und VMware in Netzen mit 200 bis 600 Arbeitsplätzen. Zuletzt verantwortlich für die Migration von 180 Postfächern nach Exchange Online. Suche eine Position mit mehr Verantwortung für Netzwerk und Security im Raum Nürnberg.
Vier Sätze, und der Leser weiß, was du kannst, wie groß deine Umgebungen waren, was du zuletzt gemacht hast und was du willst.
Kurz gesagt
Dein Lebenslauf muss in der Systemintegration nur eine Frage beantworten: Wie groß und wie komplex war das, was du bisher betreut hast? Schreib die Fachrichtung aus, sortiere die Kenntnisse nach Ebenen statt nach Sternchen, hänge an jede Station eine Zahl und gib deiner IHK-Projektarbeit die Zeile, die sie verdient. Zwei Seiten, tabellarisch, aktuellste Station oben, so wie es die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt. Der Rest passiert im Gespräch.