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Englischer Lebenslauf: So schreibst du einen CV, der im Ausland ankommt

So schreibst du einen englischen Lebenslauf, der bei internationalen Arbeitgebern ankommt: Unterschiede zum deutschen CV, ein Muster und die häufigsten Fehler.

6 Min. Lesezeit
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Du bewirbst dich bei einem Startup in Berlin, dessen Arbeitssprache Englisch ist. Oder bei der Londoner Niederlassung eines Konzerns, remote für ein Team in Amsterdam, oder gleich für eine Stelle in Manchester. In all diesen Fällen willst du keinen tabellarischen Lebenslauf mit Foto und Geburtsdatum schicken, sondern einen englischen CV. Und der folgt anderen Regeln, als du sie aus Deutschland kennst.

Das Problem: Die meisten deutschen Bewerber übersetzen einfach ihren Lebenslauf und übernehmen dabei genau die Elemente, die im englischsprachigen Raum unüblich oder sogar ein Warnsignal sind. Ein Foto oben rechts, das Geburtsdatum, der Familienstand, die handschriftliche Unterschrift am Ende. Was in Deutschland dazugehört, wirkt bei einem britischen oder amerikanischen Recruiter altmodisch oder unprofessionell. Hier steht, was du wirklich änderst, mit einem Muster für das wichtigste Element und Beispielen zum Abschreiben.

CV oder Resume: Was heißt das Dokument überhaupt?

Zuerst die Vokabel, weil sie oft für Verwirrung sorgt. In Großbritannien, Irland und dem Rest Europas heißt das Bewerbungsdokument CV (Curriculum Vitae), und das ist auch der Begriff, den du in Stellenanzeigen liest. In den USA und Kanada dagegen sagt man resume. Ein CV bezeichnet dort etwas anderes: ein langes, akademisches Dokument mit Publikationen und Forschung, das nur für Jobs an Universitäten oder in der Wissenschaft verwendet wird.

Für einen normalen Job in den USA schickst du also ein resume, in Großbritannien ein CV. Der Karriere-Ratgeber von Indeed UK bringt es auf den Punkt: In Großbritannien wird das Wort resume schlicht nicht benutzt. Praktisch meinen beide dasselbe, nämlich ein kurzes Dokument, das dich für eine konkrete Stelle verkauft.

Was im englischen CV wegfällt

Der größte Unterschied zum deutschen Lebenslauf ist, was du weglässt. Im englischsprachigen Raum gehören persönliche Daten, die ein Arbeitgeber für die Auswahl nicht braucht, nicht auf den CV, und zwar aus einem konkreten Grund: Diskriminierungsschutz.

  • Kein Foto. In Deutschland ist das Bewerbungsfoto Konvention, in Großbritannien und den USA ist es unüblich. Die britische Karriereberatung Prospects schreibt klar: Wenn du dich nicht gerade als Schauspieler oder Model bewirbst, brauchst du kein Foto. Ein Bild lädt zu Vorurteilen ein, und genau das wollen Arbeitgeber dort vermeiden.
  • Kein Geburtsdatum, keine Nationalität, kein Familienstand. Der britische Equality Act 2010 verbietet Diskriminierung nach Alter, Herkunft und weiteren Merkmalen. Recruiter fragen diese Angaben deshalb nicht ab und wollen sie auch gar nicht sehen. In Deutschland schützt dich das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) im Prinzip genauso, nur ist die Kultur des Fotos und der vollständigen persönlichen Daten hier viel tiefer verankert.
  • Keine Unterschrift, kein Ort und Datum am Ende. Der handschriftlich unterschriebene Lebenslauf ist eine rein deutschsprachige Gewohnheit. Ein englischer CV endet ohne Unterschrift.

Was oben stattdessen steht, ist schlicht: Name, Handynummer, eine seriöse E-Mail-Adresse, dein Wohnort (die Stadt reicht, die volle Adresse ist nicht nötig) und ein Link zu deinem LinkedIn-Profil.

Eine oder zwei Seiten?

Hier trennen sich die britische und die amerikanische Welt. Laut dem Karriere-Ratgeber von Indeed sind US-Resumes in der Regel genau eine Seite lang, dicht und auf messbare Ergebnisse getrimmt, während britische CVs bis zu zwei Seiten haben dürfen. Wenn du also weißt, dass die Stelle in den USA sitzt, kürze radikal auf eine Seite. Für eine britische oder europäische Bewerbung sind zwei Seiten in Ordnung, mehr aber selten. Was viele Jahre zurückliegt, fasst du in ein bis zwei Zeilen zusammen oder lässt es ganz weg.

Der Aufbau, Rubrik für Rubrik

Ein englischer CV ist wie der deutsche umgekehrt chronologisch aufgebaut, die aktuellste Station zuerst. Die Reihenfolge, an die sich fast alle halten:

  1. Contact details: Name, Telefon, E-Mail, Ort, LinkedIn.
  2. Personal profile (auch personal statement genannt): drei bis vier Zeilen ganz oben, die dich zusammenfassen. Dazu gleich ein Muster.
  3. Work experience: die wichtigste Rubrik, mit Jobtitel, Firma, Ort, Zeitraum und Stichpunkten zu deinen Ergebnissen.
  4. Education: Abschlüsse, rückwärts. Deutsche Abschlüsse übersetzt du sinngemäß, eine Ausbildung zum Beispiel als apprenticeship oder vocational training.
  5. Skills: Sprachen (mit Niveau), Software, Zertifikate.
  6. References: Die Zeile "references available on request" kannst du dir sparen, sie gilt heute als überflüssig. Nenne Referenzen nur, wenn die Anzeige ausdrücklich danach fragt.

Das Personal Profile: Muster zum Abschreiben

Das Personal Profile ersetzt das deutsche Kurzprofil und ist im englischen CV noch wichtiger, weil ein Recruiter danach entscheidet, ob er weiterliest. Prospects beschreibt es als kurzen Absatz ganz oben, ohne eigene Überschrift, der sagt, wer du bist, was du am besten kannst und welche Rolle du suchst. Drei Dinge in drei bis vier Zeilen. Ein Beispiel für eine Marketing-Managerin:

Marketing manager with six years of experience in B2B software, specialising in demand generation and content strategy. Grew inbound leads by 40 percent at a Berlin SaaS company and managed a team of four. Looking for a senior marketing role in a product-led company.

Beachte, was hier passiert: keine leeren Floskeln wie "hard-working team player", sondern eine konkrete Zahl, eine Spezialisierung und ein klares Ziel. Genau das trennt ein starkes Profil von einem beliebigen.

Bullet points: vorher und nachher

Der zweite Ort, an dem deutsche Bewerber Punkte liegen lassen, sind die Stichpunkte unter jeder Station. Auf Deutsch schreiben viele, was ihre Aufgabe war. Im englischen CV zählt, was dabei herauskam, am besten mit einer Zahl. Ein Beispiel aus dem Kundensupport, einmal schwach und einmal stark formuliert:

Schwach: Responsible for handling customer enquiries and complaints.

Stark: Handled 60+ customer enquiries a day and cut average response time from 24 to 6 hours by introducing a new ticket triage system.

Die zweite Version nennt dasselbe Grundthema, beweist aber Wirkung. Beginne jeden Stichpunkt mit einem starken Verb (managed, built, cut, grew, led) und häng, wo es geht, eine Zahl an.

Britisches oder amerikanisches Englisch

Ein kleiner, aber sichtbarer Unterschied ist die Rechtschreibung und das Datumsformat. Bewirbst du dich in Großbritannien, schreibst du organise, specialise, colour und CV. In den USA heißt es organize, specialize, color und resume. Das Datum schreibst du im Vereinigten Königreich als 5 March 2026, in den USA als March 5, 2026. Entscheide dich für eine Variante, passend zum Land der Stelle, und bleib im ganzen Dokument konsequent. Ein Text, der zwischen beiden springt, wirkt unaufmerksam.

Europass: nur wenn ausdrücklich gefragt

Vielleicht kennst du Europass, den standardisierten CV der EU. Du erstellst ihn kostenlos auf europass.europa.eu, und innerhalb von EU-Institutionen sowie für manche Bewerbungen in Südeuropa ist er nützlich. Für eine Bewerbung in Großbritannien, Irland oder den USA solltest du ihn dagegen nicht verwenden. Dort ist das Format kaum bekannt und wirkt bürokratisch. Nutze Europass nur, wenn eine Stellenanzeige ausdrücklich danach fragt. Ansonsten ist ein sauber gestalteter, individueller CV fast immer die bessere Wahl.

Die häufigsten Fehler deutscher Bewerber

  • Den deutschen Lebenslauf eins zu eins übersetzen. Struktur und Inhalt ändern sich, nicht nur die Sprache.
  • Foto, Geburtsdatum und Unterschrift mitnehmen. Das ist das deutlichste Signal, dass jemand die Konventionen des Ziellands nicht kennt.
  • Deutsche Abschlüsse wörtlich übersetzen. Ein Recruiter in London weiß nicht, was ein Diplom-Kaufmann ist. Erkläre sinngemäß, etwa "equivalent to a master's degree in business".
  • Falsche Freunde und Denglisch. Chef heißt nicht chef (das ist der Koch), sondern manager oder boss. Handy heißt mobile oder cell phone. Lass einen englischen Muttersprachler drüberlesen, wenn du die Möglichkeit hast.
  • Deine Note als deutsche Skala angeben. Die Notenskala von 1 bis 6 sagt im Ausland nichts. Übersetze in eine bekannte Einordnung, im britischen Raum etwa first class honours, oder erkläre sie in einem kurzen Zusatz.

Kurz zusammengefasst

Ein englischer CV ist kein übersetzter Lebenslauf, sondern ein anderes Dokument mit eigenen Regeln. Lass Foto, Geburtsdatum und Unterschrift weg, setz ein starkes Personal Profile an den Anfang, schreib Stichpunkte, die Ergebnisse mit Zahlen zeigen, und entscheide dich für britisches oder amerikanisches Englisch, je nach Land. Halte dich in Großbritannien an zwei Seiten, in den USA an eine.

Wenn du diese Punkte beachtest, liest ein Recruiter in London oder New York deinen CV und sieht jemanden, der weiß, wie man sich dort bewirbt, und nicht jemanden, der ein deutsches Formular übersetzt hat. Genau dieser erste Eindruck entscheidet, ob deine Bewerbung auf den Stapel "einladen" wandert.

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