Lebenslauf als MTR: Aufbau, Muster und was die Radiologie zuerst prüft
So schreibst du als MTR einen Lebenslauf, der in der Radiologie überzeugt: Erlaubnis nach MTBG, Fachkunde im Strahlenschutz, Modalitäten und Muster zum Kopieren
Laddro Team

Wer eine Stelle in der Radiologie sucht, merkt schnell, dass der eigene Beruf inzwischen zwei Namen hat. Seit dem 1. Januar 2023 gilt das MT-Berufe-Gesetz, und es kennt in § 1 Absatz 1 nur noch die Bezeichnung "Medizinische Technologin für Radiologie" beziehungsweise "Medizinischer Technologe für Radiologie". Das Bundesgesundheitsministerium schreibt dazu, die Ausbildung schließe "mit einer staatlichen Prüfung zur Erlangung der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung" ab. In Stellenanzeigen steht trotzdem noch überall MTRA, weil die Häuser wissen, dass danach gesucht wird.
Stellen gibt es reichlich. Die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit listete im September 2026 rund 476 Treffer für "Medizinische Technologin für Radiologie", darunter das Universitätsklinikum Leipzig, die Asklepios Kliniken Hamburg, die Kliniken Ostalb in Aalen, Ellwangen und Mutlangen sowie die Sana Kliniken Oberfranken in Coburg. Deine Bewerbung landet also selten auf einem leeren Schreibtisch, sondern bei einer leitenden MTR, die zwischen zwei Untersuchungen draufschaut. Diese Person sucht drei Dinge, bevor sie irgendetwas anderes liest: die Erlaubnis, die Fachkunde im Strahlenschutz samt Aktualisierungsdatum und die Modalitäten, an denen du eigenständig arbeitest.
MTR oder MTRA: was in den Lebenslauf gehört
Trag die Bezeichnung so ein, wie sie auf deiner Urkunde steht. Wer 2019 die Prüfung abgelegt hat, hat eine Urkunde als medizinisch-technische Radiologieassistentin, und die gilt unverändert weiter. Schreib in der Kopfzeile die gesetzliche Bezeichnung und setz die alte in Klammern dahinter, zum Beispiel "Medizinische Technologin für Radiologie (MTRA)". Damit findet dich die Suchfunktion im Bewerbungssystem unter beiden Begriffen, und die Personalabteilung muss nicht raten, welche Urkunde im Anhang liegt.
Genauso wichtig ist die Erlaubnis selbst. § 1 Absatz 2 MTBG knüpft sie an drei Punkte: die bestandene staatliche Prüfung, die gesundheitliche Eignung, kein Verhalten, aus dem sich Unzuverlässigkeit ergibt, und die für den Beruf erforderlichen Deutschkenntnisse. Im Lebenslauf reicht dafür eine Zeile mit Datum und ausstellender Behörde, etwa "Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung, Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin, 14.08.2019".
Der Kopf: Kurzprofil statt Floskeln
Drei bis vier Zeilen über dem Lebenslauf entscheiden, ob der Rest überhaupt gelesen wird. Nenn dort die Jahre, die Modalitäten und den Arbeitskontext, nicht deine Motivation.
Schwach:
Engagierte MTRA mit langjähriger Erfahrung, teamfähig und belastbar, sucht neue Herausforderung in einem modernen Umfeld.
Besser:
MTR mit sieben Jahren Erfahrung in der Schnittbilddiagnostik eines Hauses der Schwerpunktversorgung. Schwerpunkte CT und MRT, Rufbereitschaft in der Notfallversorgung, Fachkunde im Strahlenschutz zuletzt aktualisiert im März 2025. Erfahrung mit Siemens-Anlagen, RIS und PACS.
Die zweite Fassung beantwortet genau die Fragen, die in der Radiologie zuerst gestellt werden. Sie nennt keine Eigenschaften, die man ohnehin nicht überprüfen kann.
Berufserfahrung: Geräte, Zahlen, Verantwortung
Der häufigste Fehler in MTR-Lebensläufen sind Aufgabenlisten, die für jeden Beruf gelten könnten. "Durchführung von Untersuchungen" steht in jedem zweiten Dokument und sagt einer leitenden MTR nichts.
Vorher:
Durchführung von Röntgen- und CT-Untersuchungen, Patientenbetreuung, Dokumentation.
Nachher:
Rund 25 CT-Untersuchungen pro Schicht an einem 128-Zeiler, davon etwa ein Drittel Polytrauma und Schlaganfall aus dem Schockraum, inklusive Kontrastmittelgabe nach ärztlicher Anordnung. Eigenständige Durchführung der arbeitstäglichen Konstanzprüfungen an zwei Röntgenarbeitsplätzen, Dokumentation im QS-Ordner. Einarbeitung von vier Auszubildenden im Praxiseinsatz Radiologische Diagnostik.
Nenn Gerätetyp und Hersteller, ungefähre Untersuchungszahlen, den Versorgungsauftrag des Hauses und alles, was über die reine Durchführung hinausgeht: Konstanzprüfungen, Einarbeitung, Mitarbeit bei der Geräteumstellung, Nachtdienst allein im Haus. Genau daran erkennt eine Leitung, ob du am ersten Tag in den Dienstplan passt.
Strahlenschutz: die Zeile, die niemand vergessen darf
§ 145 Absatz 2 Strahlenschutzverordnung regelt, wer ionisierende Strahlung am Menschen technisch anwenden darf. Nummer 2 nennt ausdrücklich "Personen mit einer Erlaubnis nach § 1 Absatz 1 Nummer 2 des MT-Berufe-Gesetzes", Nummer 3 Personen mit einer staatlich geregelten Ausbildung, bei denen die technische Durchführung Gegenstand von Ausbildung und Prüfung war und die die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Deine Erlaubnis ist damit kein Formalkram, sondern die Grundlage deiner Tätigkeit.
Dazu kommt die Aktualisierung. § 48 Strahlenschutzverordnung verlangt, dass die erforderliche Fachkunde "mindestens alle fünf Jahre durch eine erfolgreiche Teilnahme an einem von der zuständigen Stelle anerkannten Kurs" aktualisiert wird, und der Nachweis ist der zuständigen Stelle auf Anforderung vorzulegen. Setz deshalb das Datum deines letzten Aktualisierungskurses direkt in den Lebenslauf, nicht nur ins Zeugnisheft:
Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz, Kurs nach § 48 StrlSchV, 11.03.2025, nächste Aktualisierung fällig 2030.
Wer das sauber ausweist, erspart der Personalabteilung eine Rückfrage und zeigt nebenbei, dass er die eigenen Fristen im Griff hat. Wenn deine Aktualisierung in den nächsten Monaten ansteht, schreib den Termin trotzdem hin und ergänz im Anschreiben, dass der Kurs bereits gebucht ist.
Ausbildung und Prüfung: für Berufseinsteiger die wichtigste Rubrik
Wenn du frisch aus der Schule kommst, ist die Ausbildung dein stärkstes Argument, und sie lässt sich mit den gesetzlichen Eckdaten belegen. Nach § 13 MTBG dauert die Ausbildung in Vollzeit drei Jahre und umfasst in der Radiologie 2.600 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht sowie 2.000 Stunden praktische Ausbildung. Wichtiger als diese Summen ist aber, wo du gestanden hast. § 5 Absatz 2 MTBG behält MTR vier Bereiche vor: die technische Durchführung und Qualitätsbeurteilung der radiologischen Diagnostik und anderer bildgebender Verfahren, die technische Durchführung der Strahlentherapie samt Mitwirkung an der Bestrahlungsplanung, die technische Durchführung der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie sowie physikalisch-technische Aufgaben in Dosimetrie und Strahlenschutz.
Genau diese vier Bereiche prüft auch die staatliche Prüfung. Der praktische Teil besteht nach § 45 MTAPrV aus vier Prüfungsbereichen, darunter zwei Aufgaben aus der radiologischen Diagnostik sowie je eine aus Strahlentherapie, Nuklearmedizin und den physikalisch-technischen Aufgaben. Der schriftliche Teil umfasst nach § 28 MTAPrV zwei Aufsichtsarbeiten von 240 und 120 Minuten, der mündliche Teil dauert pro Prüfling mindestens 30 und höchstens 45 Minuten.
Für deinen Lebenslauf heißt das: Liste die Praxiseinsätze einzeln auf, mit Haus und Zeitraum.
Praktische Ausbildung: Radiologische Diagnostik, Klinikum Fulda, 10/2023 bis 04/2024 Strahlentherapie, Praxis für Strahlentherapie Fulda, 05/2024 bis 07/2024 Nuklearmedizin, Klinikum Fulda, 08/2024 bis 10/2024
Damit sieht eine Leitung sofort, ob du in der Nuklearmedizin schon einmal am Gerät standest oder ob sie dich dort komplett einarbeiten muss.
Fortbildungen, die in der Radiologie zählen
Nicht jede Fortbildung gehört in den Lebenslauf, aber die mit Genehmigungswirkung unbedingt. Das beste Beispiel ist das Mammographie-Screening. Anlage 9.2 des Bundesmantelvertrags Ärzte verlangt für die radiologische Fachkraft den Nachweis der Erlaubnis nach § 145 Absatz 2 Nummer 2 StrlSchV oder der Fachkunde nach Nummer 3, dazu die Teilnahme am multidisziplinären Kurs zur Einführung in das Früherkennungsprogramm und am Fortbildungskurs zur Erstellung von Screening-Mammographieaufnahmen. Beide Kurse dauern laut derselben Anlage mindestens drei Tage mit insgesamt 24 Unterrichtsstunden, und die praktischen Übungen sind auf zehn Teilnehmende pro Mammographiegerät begrenzt. Wer diese Zertifikate hat, bringt einem Screening-Standort eine Genehmigungsvoraussetzung mit und sollte das an prominenter Stelle nennen.
Ähnlich gilt das für MRT-Sicherheitsschulungen, Kurse zur kardialen Bildgebung, Angiographie und Herzkatheter, Hygienefortbildungen und Schulungen auf einem neuen Gerätesystem. Schreib jeweils Titel, Anbieter, Jahr und Umfang dazu. Allgemeine Seminare ohne Bezug zur Stelle lässt du weg, damit die Rubrik nicht zum Sammelalbum wird.
Form: zwei Seiten, tabellarisch, Foto nach Hausregel
Bei der Form musst du nichts erfinden. Die Bundesagentur für Arbeit gibt die Regeln in ihrem Bewerbungstraining klar vor: "Bauen Sie Ihren Lebenslauf tabellarisch auf", er "sollte höchstens 2 DIN-A4-Seiten umfassen", und "die Reihenfolge der genannten Stationen ist normalerweise zeitlich absteigend". Zum Inhalt nennt die Agentur persönliche Angaben, Schulbildung, Berufsausbildung, beruflichen Werdegang einschließlich Praktika, Weiterbildungen sowie "besondere Kenntnisse und Fähigkeiten wie IT-Kenntnisse, Fremdsprachen, Soft Skills". Für Bewerbungen per E-Mail empfiehlt sie eine eingescannte Unterschrift, weist aber auch darauf hin, dass manche Arbeitgeber anonymisierte Lebensläufe ohne Foto wünschen.
Für das Anschreiben gilt nach derselben Quelle: höchstens eine DIN-A4-Seite, aktive Sprache mit kurzen Sätzen, kein "würde" und "könnte". In der Radiologie heißt das konkret, im ersten Absatz zu schreiben, an welchen Modalitäten du selbstständig arbeitest und ab wann du verfügbar bist.
Unter den IT-Kenntnissen nennst du RIS, PACS, das Krankenhausinformationssystem und die Gerätesoftware, mit der du gearbeitet hast. Das ist in der Radiologie keine Nebensache, denn die Umstellung auf ein neues System kostet eine Abteilung Wochen.
Wiedereinstieg, Wechsel, ausländischer Abschluss
Nach Elternzeit oder einer längeren Pause ist die erste Frage immer die Fachkunde. Klär vor der Bewerbung, wann dein letzter Aktualisierungskurs war, buch bei Bedarf einen neuen und schreib den Termin in den Lebenslauf. Eine Lücke von zwei Jahren ist in der Radiologie kein Problem, eine abgelaufene Aktualisierung ohne Plan dagegen schon.
Wer im Ausland ausgebildet wurde, braucht für die Tätigkeit ebenfalls die Erlaubnis nach § 1 MTBG. Bis der Bescheid da ist, gehört der Stand des Verfahrens in den Lebenslauf, also Behörde, Antragsdatum und eine eventuelle Auflage wie Kenntnisprüfung oder Anpassungslehrgang. Wie das Verfahren abläuft, steht im Beitrag zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse.
Kurze Checkliste vor dem Absenden
Geh diese sechs Punkte durch, bevor die PDF rausgeht:
- Berufsbezeichnung nach MTBG plus MTRA in Klammern in der Kopfzeile.
- Erlaubnis mit Datum und ausstellender Behörde.
- Fachkunde im Strahlenschutz mit Datum der letzten Aktualisierung.
- Modalitäten mit Gerätetyp und ungefähren Untersuchungszahlen.
- Praxiseinsätze oder Stationen einzeln, mit Haus und Zeitraum.
- Höchstens zwei Seiten, tabellarisch, absteigend sortiert.
Wenn du die Struktur nicht jedes Mal neu bauen willst, kannst du sie im Lebenslauf-Editor von Laddro anlegen und pro Bewerbung nur die Modalitäten und den Kurzprofiltext tauschen. Die Nachweise bleiben gleich, die Schwerpunkte ändern sich je nachdem, ob das Haus jemanden für die Schnittbilddiagnostik, die Strahlentherapie oder die Nuklearmedizin sucht.