Überblick
Apotheker-Lebensläufe sehen meistens gleich aus: Pharmaziestudium, Approbation, aktuelle Stelle, fertig. Das Problem ist, dass die Person, die deinen Lebenslauf liest, selbst Apothekerin ist und genau das bei jedem Bewerber erwartet. Was sie nicht erwartet, sind Zahlen. Wie viele Kunden pro Tag? Wie viele Zytostatika-Zubereitungen pro Woche? Wie viele Pflegeheimbewohner im Versorgungsvertrag?
Dieser Lebenslauf gehört Carolin Seidlitz, approbierte Apothekerin mit sechs Jahren Berufserfahrung. Sie ist stellvertretende Leitung der Hirsch-Apotheke in Frankfurt, war vorher in der Krankenhausapotheke des Universitätsklinikums Frankfurt und hat ihr praktisches Jahr in der Einhorn-Apotheke in Darmstadt absolviert. Schauen wir uns an, was dieser Lebenslauf richtig macht.
Die Zusammenfassung: Drei Sätze, die sitzen
Approbierte Apothekerin mit sechs Jahren Berufserfahrung in öffentlicher Apotheke und Krankenhausapotheke. Aktuell stellvertretende Leitung der Hirsch-Apotheke in Frankfurt mit einem Team von 9 Mitarbeitern und durchschnittlich 280 Kundenbesuchen pro Tag. Schwerpunkte: Medikationsmanagement, Zytostatika-Herstellung und Patientenberatung.
280 Kundenbesuche pro Tag. Das ist eine Zahl, die sofort einen Eindruck von der Betriebsgrösse vermittelt. Eine Apothekeninhaberin, die eine Vertretung sucht, weiss damit: Diese Bewerberin kennt den Trubel einer gut frequentierten Apotheke.
Berufserfahrung: Öffentliche Apotheke und Klinik
Die aktuelle Stelle
Medikationsanalyse und AMTS-Checks für 220 Pflegeheimbewohner
Warenwirtschaft und Bestellmanagement mit einem Lagerbestand von über 12.000 Artikeln
Anleitung von 3 PTA und 2 PKA sowie Betreuung von Pharmaziepraktikanten
Jeder Punkt liefert eine Zahl. 220 Pflegeheimbewohner zeigt den Umfang der Versorgungsverträge. 12.000 Artikel zeigt die Komplexität der Warenwirtschaft. Die Anleitung von PTA und PKA zeigt Führungskompetenz.
Die Klinikstelle
Herstellung von Zytostatika-Zubereitungen unter Reinraumbedingungen (ca. 45/Woche)
Klinisch-pharmazeutische Visite auf der Intensivstation - Medikationsreviews für 18 Betten
Zytostatika-Herstellung ist eine Spezialkompetenz, die nicht jeder Apotheker mitbringt. Die Zahl 45 pro Woche zeigt das Volumen. Die klinische Visite auf der Intensivstation zeigt, dass sie mit Ärzten auf Augenhöhe zusammenarbeitet.
Bildung: Approbation richtig darstellen
Studium der Pharmazie (8 Semester) mit Abschluss 2. Staatsexamen, anschließend praktisches Jahr und 3. Staatsexamen. Approbation erteilt im April 2019. Gesamtnote: gut (2,0).
Wichtig: Die Approbation muss als Abschluss klar erkennbar sein. Wer nur "Pharmazie-Studium" schreibt, lässt offen, ob die Approbation tatsächlich vorliegt. Nennt immer das Datum der Approbation und die Gesamtnote.
Zertifikate: AMTS und Zytostatika
- Zertifikat Medikationsmanagement (AMTS) bei der Bundesapothekerkammer
- Sachkenntnis Zytostatika-Herstellung (QuapoS) bei der DGOP
AMTS ist ein wachsender Bereich. Mit dem Versorgungsvertrag für Pflegeheime und der AMTS-Zertifizierung positioniert sich dieser Lebenslauf klar für die wachsende Nachfrage nach Medikationsanalysen.
Die QuapoS-Sachkenntnis ist Pflicht für alle, die in die Zytostatika-Herstellung wollen. Wenn du sie hast, stelle sie prominent dar.
Das AMTS-Projekt: Daten, die überzeugen
Analyse der Medikation von 220 Bewohnern auf arzneimittelbezogene Probleme. Identifikation von 148 klinisch relevanten Interaktionen in 6 Monaten. Ärztliche Änderungsrate der Therapie nach Empfehlung: 72 %.
Dieser Projektabschnitt zeigt, dass die AMTS-Arbeit nicht nur auf dem Papier stattfindet. 148 relevante Interaktionen gefunden und 72 % der Empfehlungen von Ärzten umgesetzt. Das sind Zahlen, die belegen: Die pharmazeutische Betreuung hat einen messbaren Effekt auf die Therapie.
Skills: Software und Fachbegriffe
Die Skill-Liste enthält unter anderem:
- Pharmazeutische Software (LAUER-TAXE, ADG)
- QMS nach ApBetrO
- Warenwirtschaft & Bestellwesen
Die LAUER-TAXE und das ADG-Warenwirtschaftssystem sind branchenübliche Tools. Wenn du mit Pharmatechnik, Awinta oder CGM arbeitest, nenne es beim Namen. Viele Apothekeninhaber wollen keine Einarbeitungszeit in ein neues System.
Warum dieses Format für Apotheker passt
Das Nickel-Template ist professionell und zurückhaltend. Für eine Position als stellvertretende Leitung oder Filialleitung in der Apotheke ist ein seriöses Layout wichtig. Keine kreativen Farben, keine Icons. Der Inhalt steht im Mittelpunkt.
Was oft vergessen wird
Sprachen können in der Apotheke den Unterschied machen. In diesem Lebenslauf steht Russisch als Grundkenntnisse. In einer Frankfurter Apotheke mit internationalem Einzugsgebiet kann das bei der Patientenberatung ein echtes Plus sein.
Auch das Ehrenamt ist bemerkenswert: Fachvorträge zu AMTS und Polypharmazie bei der Apothekerkammer Hessen. Das zeigt fachliches Engagement, das über den Apothekenalltag hinausgeht.









