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Fachkräftemangel: Warum Firmen klagen, aber trotzdem absagen

36% der Unternehmen finden kein Personal. Gleichzeitig steigt die Arbeitslosigkeit. Wie passt das zusammen? Die Daten von IAB und DIHK erklären es.

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Laddro Team

März 06, 20263 Min. Lesezeit
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Du liest in den Nachrichten: Fachkräftemangel! Überall fehlen Leute! Und dann bewirbst du dich auf 30 Stellen und bekommst 28 Absagen. Irgendetwas stimmt hier nicht.

Die Daten zeigen, dass beides stimmt, aber die Realität ist komplizierter als die Schlagzeilen.

Was die aktuellen Zahlen sagen

Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) veröffentlicht regelmäßig den Monitor Arbeitskräftebedarf. Die Zahlen für 2025 zeigen ein klares Bild:

Im ersten Quartal 2025 gab es bundesweit 1,18 Millionen offene Stellen. Das klingt nach viel, aber im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von 390.000 Stellen, also rund 25 Prozent. Bis zum dritten Quartal 2025 sank die Zahl weiter auf 1,03 Millionen. Die Vakanzrate ist laut IAB auf das Niveau der zweiten Corona Lockdown Phase zurückgefallen.

Gleichzeitig zeigt der DIHK Fachkräftereport 2025/2026: Nach wie vor kann mehr als jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen, weil kein passendes Personal zu finden ist.

Das Paradox erklärt

Wie kann es sein, dass die Zahl der offenen Stellen sinkt und trotzdem Unternehmen kein Personal finden?

Die Konjunktur bremst. Der Rückgang der offenen Stellen ist laut IAB vor allem der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation geschuldet. Unternehmen stellen weniger ein, weil die Auftragslage schwächer ist. Das bedeutet nicht, dass der Mangel verschwunden ist, sondern dass weniger neue Stellen entstehen.

Die Lücke ist qualifikationsspezifisch. Laut Bundesagentur für Arbeit konnten im März 2025 über 387.000 offene Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte nicht besetzt werden. Das Problem ist nicht genereller Arbeitskräftemangel, sondern fehlende Qualifikationen in bestimmten Bereichen.

Duale Ausbildung ist am stärksten betroffen. Der DIHK berichtet: Wenn Unternehmen offene Stellen nicht besetzen können, werden am häufigsten Beschäftigte mit dualer Berufsausbildung gesucht (57 Prozent). Der Mangel betrifft Handwerk, Pflege und technische Berufe stärker als akademische Positionen.

Regionale Unterschiede. Der Fachkräftemangel in München ist ein anderer als in Schwerin. In Ballungsräumen gibt es mehr Bewerber, aber auch höhere Anforderungen und Lebenshaltungskosten. In ländlichen Regionen gibt es weniger Bewerber, aber auch weniger Stellen.

Was das für deine Jobsuche bedeutet

Der Mangel existiert, aber nicht für alle Berufe. Wenn du in der Pflege, im Handwerk oder in der IT arbeitest, hast du gute Karten. Wenn du einen generalistischen Bürojob suchst, stehst du im Wettbewerb.

Unternehmen haben unrealistische Erwartungen. Viele Firmen suchen die eierlegende Wollmilchsau: fünf Jahre Erfahrung, drei Programmiersprachen, fließend Englisch und Deutsch, sofort verfügbar, und bitte nicht zu teuer. Wenn sie diese Person nicht finden, klagen sie über Fachkräftemangel. In Wahrheit ist es ein Erwartungsproblem.

Gehalt spielt eine Rolle. Einige Branchen klagen über Fachkräftemangel, zahlen aber Gehälter, die mit den Lebenshaltungskosten nicht mithalten können. Wer für eine Fachkraft 2.500 Euro brutto bietet, hat keinen Fachkräftemangel, sondern ein Gehaltsproblem.

Bewerbungsverfahren sind zu lang. Viele Unternehmen verlieren gute Kandidaten, weil der Bewerbungsprozess vier bis sechs Wochen dauert. In der Zwischenzeit hat der Bewerber drei andere Angebote bekommen.

Was du tun kannst

Qualifikation ist der Schlüssel. Die Daten sind eindeutig: Der Mangel betrifft vor allem qualifizierte Fachkräfte. Weiterbildung, Zertifikate und spezialisierte Kenntnisse erhöhen deine Chancen erheblich.

Bewirb dich gezielt. Statt 50 generische Bewerbungen zu verschicken, identifiziere 10 bis 15 Unternehmen, die zu dir passen, und bewirb dich dort mit Substanz.

Nutze den Mangel zu deinem Vorteil. In Branchen mit echtem Fachkräftemangel hast du Verhandlungsmacht. Nutze sie: besseres Gehalt, flexible Arbeitszeiten, Weiterbildungsbudget.

Vernetze dich. Laut IAB gehen die meisten Neueinstellungen nach wie vor auf Jobwechsel zurück, nicht auf Neueintritte. Wer im Netzwerk bekannt ist, erfährt von Stellen, bevor sie öffentlich ausgeschrieben werden.

Behalte mit Laddro den Überblick über deine Bewerbungen und nutze die aktuelle Marktlage strategisch.

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