Überblick
Softwareentwickler-Lebensläufe sehen oft alle gleich aus. React, Node.js, Docker irgendwo oben, "agile Arbeitsweise" in jeder Stellenbeschreibung und keine einzige Zahl. Recruiter in der Tech-Branche sehen Hunderte davon pro Woche und überspringen die meisten in Sekunden.
Dieses Beispiel ist anders. Es zeigt den Lebenslauf eines Softwareentwicklers mit fünf Jahren Erfahrung. Er arbeitet aktuell bei Continental an Microservice-Architekturen, hat vorher bei Rhenus Logistics interne Tools gebaut und bei Siemens als Werkstudent angefangen. Zwei verschiedene Branchen, aber ein klarer Faden: Backend-Systeme, die im Echtbetrieb funktionieren müssen.
Die Zusammenfassung: Tech Stack plus Kontext
Die Zusammenfassung nennt die Programmiersprachen (Java und TypeScript), die aktuelle Aufgabe (Microservice-Architekturen bei einem Automobilzulieferer mit 3.200+ täglichen API-Aufrufen) und die vorherige Leistung (interne Tools für 180 Disponenten). Keine Selbstbeschreibungen, keine Buzzwords. Stattdessen: Was baut diese Person, und wer benutzt es?
Tipp: Schreib in deine Zusammenfassung zwei Sätze. Der erste sagt, was du tust und womit. Der zweite nennt das beeindruckendste Ergebnis deiner aktuellen Rolle. Den Rest streichen.
Berufserfahrung: Was du gebaut hast und was es gebracht hat
Bei Continental werden vier Punkte genannt: 14 Microservices in Java Spring Boot mit 3.200+ API-Aufrufen taeglich, Datenbankmigration von Oracle zu PostgreSQL mit 62 % Reduktion der Abfragezeiten, CI/CD-Pipeline-Optimierung von 45 auf 12 Minuten Deployment-Zeit und Code-Reviews fuer 6 Entwickler.
Jeder Bullet folgt demselben Muster: Was wurde gebaut, mit welcher Technologie, und was war das Ergebnis. Das ist die Formel, die funktioniert.
Bei Rhenus Logistics wird das Dispositions-Dashboard in React und TypeScript genannt, das von 180 Disponenten an 23 Standorten genutzt wird, eine REST-API mit 8.400 Anfragen pro Stunde und die Steigerung der Testabdeckung von 28 % auf 71 %. Auch hier: konkreter Impact.
Die Werkstudentenstelle bei Siemens bringt Python-Skripte, die manuelle Auswertung um 4 Stunden pro Woche ersetzten, und ein internes Wiki mit 35 Dokumentationen. Selbst kleine Beiträge zählen, wenn sie ein Problem lösen.
Skills: Fokussiert statt endlos
Zehn Skills: Java (Spring Boot), TypeScript, React, Node.js, PostgreSQL, Docker und Kubernetes, Jenkins und CI/CD, REST APIs und gRPC, Git und GitLab, AWS (EC2, S3, Lambda). Keine 25 Technologien, die irgendwann mal in einem Tutorial vorkamen. Eine fokussierte Liste sagt: "Das sind meine Werkzeuge, und ich kann darüber in der Tiefe sprechen."
Eine mögliche Verbesserung wäre die Gruppierung nach Kategorie (Sprachen, Backend, Cloud, Tools), aber auch als flache Liste funktioniert es.
Projekte: Technische Tiefe zeigen
Die Fahrzeugdaten-API bei Continental verarbeitet 1,2 Millionen Datenpunkte pro Tag aus 48 Testfahrzeugen, die Latenz wurde von 3,8 auf 0,9 Sekunden reduziert und Apache Kafka wurde fuer die Anbindung an das Data Warehouse eingesetzt. Das sind Details, die ein technischer Interviewer sehen will.
Das Dispositions-Dashboard bei Rhenus zeigt Echtzeit-Tracking von 2.100 Sendungen pro Tag über WebSocket-Verbindungen und eine Reduktion der Dispositionszeit um 34 %.
Was du mitnehmen solltest
Dieser Lebenslauf nutzt das Graphite-Template, ein einspaltiges, ATS-freundliches Layout mit minimalem Design. Für Entwickler-Rollen, bei denen der Lebenslauf zuerst durch automatische Screenings geht, ist das die sicherste Wahl.
Die Kernlektion: Softwareentwickler müssen zeigen, was sie gebaut haben und was es bewirkt hat. Technologie plus Ergebnis ist die Formel, die Lebensläufe in dieser Branche von der Masse abhebt.











